Amada y maldita Meseta
Das spanische Hochland, die Meseta, wird verflucht und geliebt. So ist es heute auch mir ergangen.
Der Anstieg auf die rund zwölfhundert Meter Höhe des Hochplateaus war schnell geschafft. Das Wetter war vielversprechend, auch der Wind stimmte.
Das erste Stück glich dem bereits gestern gesehenen. Doch im weiteren Verlauf beeindruckte die Landschaft mit einer berührend schönen, fast unwirklich wirkenden Weite.
Leider wirkt die Landschaft nur auf den ersten Blick flach. Sobald man jedoch mit dem Fahrrad unterwegs ist, zehren die kurzen bissigen Anstiege nach den moderaten Abfahrten doch stark an der Kondition.
Oben angekommen, wird man dann jedoch für die Strapazen mit tollen Ausblicken, und manchmal mit Arrangements alter Häuser oder besonderen Konstellationen, wie beispielsweise einer Armee aus Sonnenblumen belohnt.
An besonderen Stellen scheinen sogar Ritter die Szenerie zu bewachen.
Doch die Idylle täuscht. Ist man mit dem Fahrrad unterwegs, fällt auf, wie menschenleer die Region ist. Um so mehr, wenn man sich abseits der Hauptverbindungen bewegt.
So habe ich es verflucht, dass sich die erste Möglichkeit, Getränke zu kaufen, erst nach unendlich langen einhundert Kilometern!! ergab.
Nach einer kurzen Einkehr in Medinacelli habe ich mangels Alternativen die SO-P-4099 über Horna und Sigüenza gewählt. Diese Strecke ist wunderschön, so dass ich sie jedem, der gerade in der Gegend ist, ans Herz legen möchte.
In der untergehenden Sonne kann ich noch ein äsendes Reh auf einer Lichtung beobachten.
Mein heutiges Tagesziel ist Brihuega, das ich nach langen und anstrengenden einhundertsiebzig Kilometern ziemlich ermattet erreicht habe.